Versicherungsmakler vs. Versicherungsberater

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Versicherungsmakler vs. Versicherungsberater

24. Januar 2017 Allgemein 0

Derzeit, vor allem auf Grund der sich in Entwicklung findenden neuen IDD Richtlinie, existiert die große Diskussion, was denn nun für normale Privatkunden die bessere Alternative ist. Ein Versicherungsmakler oder ein Versicherungsberater.

Leider, wenn man so auf die Homepages der Versicherungsberater schaut, schon fast an Verleumdung grenzend, wird der Versicherungsmakler auf eine Stufe mit Versicherungsvertretern und allem anderen gestellt.

Ich denke, dass das so nicht richtig ist. Wieso?

Beim Versicherungsberater, ohne nun die Vergütungsmodelle genau zu kennen – hier bin ich dem offen und nehme gerne Fakten entgegen – ist sicherlich für fast jede Tätigkeit ein Honorar zu entrichten. Ob sich dieses gerade für den “kleineren” Kunden mit nur 2-3 Verträgen lohnt, eventuell Haftpflicht und Hausrat, ist stark zu bezweifeln, da die hier gezahlten Courtagen oftmals im 1-stelligen Bereich liegen.

Beispiel https://www.versicherungsberatung-giessen.de/infos/honorar/

Der Aufwand in einem Schadensfall beträgt in der Regel 2-4 Stunden, oftmals sogar mehr. Sicherlich sind hier mit 200 bis 500 Euro Honorar zu rechnen, sofern nicht pauschal (dann auch entsprechend teuer?) vergütet. Wie geschrieben, gerne lasse ich mir mal so eine Honorartabelle zukommen.

Die pauschale Unterstellung, Versicherungsmakler würden nur die für sie vorteilhaften Tarife empfehlen, dem wehre ich mich vehement. Wie sicherlich alle meine Kunden bestätigen können, wird immer offen verglichen, beraten und empfohlen, meist wesentlich länger, als die gezahlte Courtage es erlauben würden. Denn auch wir Versicherungsmakler sind gesetzlich verpflichtet, immer im Kundeninteresse zu agieren. Diese pauschale Unterstellung, nur an uns zu denken, finde ich extrem an einer Verleumdung grenzend. Denn genauso sind mir Fälle bekannt, in denen Versicherungsberater doppelt kassieren – vom Kunden und von den Gesellschaften.

Aber nun zu Fakten.

https://www.versicherungsberatung-giessen.de/aktuell/nettotarife-was-steckt-dahinter/

Nettotarife. Gut, ja, immer? Eher nein.

Ich bevorzuge ein Mischmodell. In der grundlegenden Sach-Absicherung ist es für die normalen Kunden fast immer von Vorteil, gegen Courtage zu arbeiten.

Um das Beispiel Private Haftpflichtversicherung aufzugreifen. Die oben gezeigt Empfehlung für eine private Haftpflichtversicherung in Höhe von 96,39 € Jahresbeitrag finde ich schon sehr teuer. Für die meisten Fälle gute und ausreichende, aber gleichfalls schon sehr hochwertige private Haftpflichtversicherungen liegen in der Regel zwischen 60-70 Euro Jahresbeitrag. Inklusive Courtage. Da die Courtage immer das Schicksal der Prämie teilt, ist diese dann auch schon wieder erheblich geringer.

Auch die Differenz der Einsparung in dieser Höhe ist schwer zu erklären.

Nun also die Frage. Wenn zwei mindestens gleichwertige Policen, einmal für 73,26 Euro im Jahr zuzüglich Honorar, einmal für 64 Euro im Jahr inklusive Courtage, im Raum stehen, welche wird für den Kunden am Ende wirklich günstiger sein?

Gleiches im Beispiel der Hausratversicherung. Davon abgesehen, dass die Prämie extrem überteuert ist, auch als Nettotarif.

Im Beispiel der Unfallversicherung fange ich bei dem Kollegen an zu zweifeln, ob der die Grundlagen der Beratung wirklich kennt, da die Grundsummen, wie in jeder Testzeitschrift zu lesen, wesentlich zu niedrig angesetzt sind. Wie auch die Prämien viel zu hoch sind, auch netto.

Sofern es in den Bereich der Lebensversicherungen geht, biete ich als Versicherungsmakler den Kunden beide Modelle an – Vermittlung gegen Courtage oder Vermittlung gegen Honorar – was erlaubt ist.

Hier auch wieder der Vorteil für den Kunden, was leider immer mal wieder vorkommt, in Form der Beratungsschnorrerei. Zwar nicht alltäglich, aber immer mal wieder üblich, auch wenn man diese Pappenheimer so langsam kennt.

Davon abgesehen, erhalten hier die Kunden die gleichen Nettotarife, wenn diese das entsprechende Vermittlungshonorar zahlen, bei einer mindestens genauso guten, wenn nicht oft sogar besseren, Beratung.

Das Problem was jedoch fast immer übersehen wird, ist das viele Menschen zwar eine Absicherung benötigen, aber die Beratung dann nicht leisten können. Es wird keine gute und vollständige Altersvorsorgeberatung für 200 Euro geben können, inklusive einem ausführlichen Markt- und Anbietervergleich. Auch eine Analyse der Lebensrisiken, hinsichtlich Berufsunfähigkeitsabsicherung und ähnlich, wird mit Anfragen, Vergleichen, Gesprächsterminen nicht wirtschaftlich für 200 Euro abgewickelt werden können. Denn die Leistungen des Versicherungsmaklers beinhalten auch die ehrliche und vor allem fachgerechte Antragsaufnahme (verhindert die böse Überraschung im Nachhinein, wenn der Schaden erst einmal eingetreten ist), etc. Und auch hier muss ich meistens sagen und vorrechnen, dass unter der Annahme normaler Stundensätze aus vergleichbar anspruchsvollen Berufen, dieses auf die vielen Jahre gerechnet sich für die üblichen kleineren Verträge oftmals nicht lohnen wird.

Mit Ausnahmen für Großkunden im privaten oder gewerblichen Bereich, sehe ich für die normalen Kunden im privaten, freiberuflichen und kleingewerblichen Bereich hier keinerlei finanzielle und beratungstechnische Vorteile – eher oftmals die Gefahr, doppelt abgezockt zu werden.

Gerne stelle ich diesen Artikel zur Diskussion. Gerne dürfen mit Versicherungsberater ihre Gebührentabelle zukommen lassen oder hier posten.

 

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